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Die Sage vom Pfeifer Huisele: Ratschings' Hexenmeister mit dem Teufelspakt

26. Oktober 2026

Bevor Ratschings zum Urlaubsziel wurde, waren es Geschichten wie diese, die von Hof zu Hof, von Generation zu Generation weitergegeben wurden. Die Sage vom Pfeifer Huisele gehört zu den bekanntesten Erzählungen des Ratschingstals – eine Geschichte über Faulheit, Zauberei und einen Pakt, der nicht gut ausgeht. 

Ein Tunichgut aus Flading

Geboren wurde Pfeifer Huisele um das Jahr 1620 in Flading, im hintersten Winkel des Ratschingstals. Seine Eltern waren arme Bauersleute, und Not und Elend gehörten von Anfang an zu seinem Leben. Schon als Kind war er ein Nichtsnutz: ein arbeitsscheuer, dabei aber auffallend witziger und schlauer Bauernknecht, der sich nie so recht mit dem harten Leben auf dem Hof abfinden wollte.

 

Der Pakt mit dem Teufel

Das für ihn zu mühsame, arbeitsreiche Leben gefiel Huisele nicht – und so schloss er einen Pakt mit dem Teufel. Von diesem Moment an war er ein Hexenmeister mit Macht über Tiere, Menschen und sogar das Wetter. Er konnte sich sogar in Tiere verwandeln, eine Fähigkeit, die ihm einmal beinahe zum Verhängnis wurde.

 

Die Geschichte von der Fliege in der Milch

Es war ein heißer Sommertag, und Huisele verspürte einen mächtigen Durst. Kurzerhand verwandelte sich der Zauberer in eine Fliege, flog zum nächsten Bauernhaus und schlüpfte durch das Schlüsselloch direkt in die Milchkammer. Dort labte sich die Fliege gierig an der frischen Milch – bis sie mitten in die Schüssel fiel und den Rand nicht mehr erreichen konnte. Zum Schrecken kam gerade die Bäuerin dazu, sah die zappelnde Fliege in der Milch, fischte sie mit dem Zeigefinger heraus und schleuderte sie auf den Boden. Sobald Huisele aber wieder auf festem Grund stand, kehrten seine Kräfte zurück, und er konnte sich davonmachen.

 

Wenn die Geduld des Teufels endet

Doch Huisele trieb sein Unwesen zu lange. Nach zahlreichen Sünden und Streichen an den armen Bauersleuten des Tals wurde er schließlich vom Teufel selbst gefasst. Der Legende nach war dieser dabei so wütend, dass er beim Fortgehen einen gewaltigen Graben in die Landschaft riss – jene tiefe Schlucht, die man bis heute im Ratschingstal besichtigen kann und die den Namen des Hexenmeisters trägt.

 

Die Schlucht heute besuchen

Wer der Sage auf den Grund gehen möchte, kann die Pfeifer-Huisile-Schlucht selbst erkunden – ein stimmungsvoller Ort, der die Fantasie beflügelt und zeigt, wie eng Landschaft und Erzähltradition in Ratschings miteinander verwoben sind. Für Familien mit Kindern ist ein Ausflug dorthin eine unterhaltsame Art, die lokale Kultur kennenzulernen, ganz ohne Museum oder Vortrag.

 

Warum solche Sagen bis heute lebendig sind

Geschichten wie die vom Pfeifer Huisele erzählen mehr als nur eine gruselige Anekdote – sie spiegeln das harte Leben der Bergbauern früherer Jahrhunderte wider, ihre Ängste, ihren Humor und ihre Art, mit Widrigkeiten umzugehen. In einer Zeit ohne Erklärungen für Wetterumschwünge, Missernten oder Krankheiten boten solche Sagen eine Möglichkeit, das Unerklärliche zu fassen. Heute sind sie ein liebevoll gepflegtes Stück Kulturgeschichte, das Kinder wie Erwachsene gleichermaßen fasziniert.

Häufig gestellte Fragen zur Sage vom Pfeifer Huisele

Wer war Pfeifer Huisele?

Ein armer Bauernknecht aus Flading im Ratschingstal, geboren um 1620, der der Sage nach einen Pakt mit dem Teufel schloss und zum Hexenmeister wurde.

Was konnte Pfeifer Huisele als Hexenmeister?

Er hatte Macht über Tiere, Menschen und das Wetter und konnte sich sogar selbst in Tiere verwandeln.

Wie endet die Sage?

Nach zahlreichen Streichen wurde Huisele vom Teufel gefasst, der dabei so wütend war, dass er eine tiefe Schlucht in die Landschaft riss.

Kann man die Schlucht aus der Sage besuchen?

Ja, die Pfeifer-Huisile-Schlucht im Ratschingstal ist bis heute zu besichtigen.

Warum ist diese Sage für Ratschings wichtig?

Sie ist ein Stück lebendiger Kulturgeschichte, das die Erzähltradition und den Alltag der Bergbauern früherer Zeiten widerspiegelt.